Referenzen

Viele wertvolle Steine im Erfahrungsschatz von wasserplan.ch stammen aus der Aare, von ihren Anfängen im Grimselgebiet bis zu ihrer Mündung in den Rhein bei Koblenz und natürlich von den Seen und Zuflüssen dazwischen. Andere besonders kostbare Steine spielten uns Flüsse im oberen und unteren Wallis, im Jura, in Graubünden und um den Zürichsee zu. Die wichtigsten Projekte der letzten Jahre sind hier kurz vorgestellt.

Quelle Karte: hydromaps.ch

2021 BKW Energie AG / alte Aare Aarberg / Behebung Abflussdifferenzen

Die alte Aare ist der ursprüngliche Flusslauf zwischen Aarberg und Büren. Zum fixen Basisabfluss eines Kleinwasserkraftwerks sorgt ein Kegelstrahlschieber für zusätzliche, saisonal variable Wassermengen. Diese sollen einerseits die Auen im Naturschutzgebiet speisen, andererseits aber keine Schäden in den anliegenden überbauten Gebieten verursachen.

wasserplan.ch untersuchte die Daten der an verschiedenen Orten installierten Abflussberechnungen- und -Messungen. Es wurde eine neue Abflussberechnung vorgeschlagen und gemeinsam mit den Leittechnik-Experten der BKW Energie AG implementiert. Eine Testphase zeigte, dass die Abflüsse jetzt in ihrer ganzen Bandbreite gut übereinstimmen und den problemlosen Betrieb der Zusatzdotierung gewähren.

2021 Soilcom / Töss und Eulach /Untersuchung der Hydrologie

SoilCom.ch und wasserplan.ch untersuchten im Auftrag des AWEL fehlende Wassermengen an den Abflussmessstellen im Einzugsgebiet der Töss bis Freienstein (Bild). Während wasserplan historische Defizit-Situationen bei Hochwasser, Trinkwasser-Entnahmen, Abwasser-Rückgaben und die Messstellen untersuchte, kümmerte sich Soilcom um die Grundwasserströme und die Mittel- bis Niedrigwasser-situationen.

Es zeigte sich, dass die beobachteten Differenzen bei Hochwasser grösstenteils von Abweichungen der Abflussmessstellen stammten, bei Niedrigwasser hingegen Grundwasserströme an gewissen Stationen 10-20% und die von Menschenhand transferierten Wassermengen bis zu 50% der gemessenen Abflüsse betragen.

2021 AWEL / Platzspitzwehr / Analyse funktionale Risiken

Das Platzspitzwehr im Herzen von Zürich spielt eine zentrale Rolle für das KW Letten, die Regulierung des Zürichsees und den Hochwasserschutz der Limmat. Das in die Jahre gekommene Dachwehr soll durch ein Sektorwehr ersetzt werden.

wasserplan.ch bereitet eine Gefahrenanalyse nach HAZOP mit den vier Systemen Flusswasser, Wehrverschlüsse, Energieversorgung und Informationsfluss vor. In weiteren Schritten mit AWEL-internen und -externen Experten wird die Analyse durchgeführt, und risikomindernde Massnahmen werden vorgeschlagen. Die Analyse zeigt, auf welche Punkte rund um den Ersatz des Wehres ein besonderes Augenmerk gelegt werden sollte.

2020 ETH und WSL / Masterthesis / Reglemente für die Zukunft

Abschlussarbeit zum Master in Sustainable Water Resources, (Master in nachhaltigem Wasserhaushalt).

Es wird untersucht, wie sich der Brienzer-und Thunersee unter dem Klimawandel verhalten. Das sommerliche Wasserdargebot im Berner Oberland wird bis Ende Jahrhundert je nach Emissionsszenario stark zurückgehen.

Mit einer Mehrgrössen-Optimierung wird für den Thunersee ein neues Reglement gefunden, welches sechs existierende und widersprüchliche Kriterien an Seestand und Abfluss leicht besser erfüllt als das heutige Reglement. Dies gelingt mit dem Einbezug der Zufluss-Information.

2020 ewz / KW Wettingen / Risikoanalyse Wehr

Die Elektrizitätswerke der Stadt Zürich (ewz) wollen die Wehrsteuerung des Kraftwerkes Wettingen ersetzen. Die Schweizerische Maschinenrichtlinie und damit eine Analyse der funktionalen Risiken kommen zur Anwendung.

wasserplan.ch erarbeitet gemeinsam mit den Experten von ewz aus Leittechnik, Mechanik und Betrieb die Risikoanalyse. Über Gefahrentabelle, Risikobewertung und Risikominderung werden die Sicherheits- Anforderungen an die neue Wehrsteuerung formuliert.

Später wird nachgewiesen, dass mit der projektierten Steuerung die aus der Risikoanalyse geforderte Risikominderung erfüllt wird.

2018 AWEL und SBB / Hochwasserschutz Sihl / aktive Sihlseesteuerung

Gemeinsam mit der SBB bekämpft das Amt für Wasser, Abfall, Energie und Luft (AWEL) des Kantons Zürich das Hochwasserrisiko an der Sihl. Ein neues Leitsystem begrenzt Abflüsse aus dem Sihlsee während Abflussspitzen von Alp oder Biber.

R. Kaderli entwickelt mit den Spezialisten für Gebirgshydrologie des Institutes für Wald, Schnee und Landschaft (WSL), AWEL und SBB ein neues Abflussreglement für den Sihlsee, welches sowohl den Ansprüchen der Seeanstösser, der Energieproduktion, der Fischerei wie auch des Hochwasserschutzes gerecht wird. Er begleitet die Umsetzung bis zum 'nassen' Funktionstest auf der Anlage. Das neue System mit Messstellen an Alp, Biber, dem Sihlsee und einer Alarmierungsstelle in Zürich ersetzt das in die Jahre gekommene Leitsystem der Stauanlage Schlagen.


2016 KWO / Innertkirchen / Reduktion von Schwall und Sunk in der Hasliaare

Die Kraftwerke Oberhasli AG (KWO) reduzieren Schwall und Sunk des turbinierten Wassers vor der Rückgabe in die Hasliaare mit einem regulierten Speichersystem.

R. Kaderli skizziert nach intensiven Austauschen mit den für die Betriebsführung, die Ökologie, den Maschinenbau und den Wasserbau verantwortlichen Ingenieuren von KWO und IUB Engineering AG ein Konzept für die Regelung des Speicherstollens und des Beckens. Er begleitet die Umsetzung des Konzeptes mit den Leittechnik-Ingenieuren von Andritz Hydro und KWO bis und mit der Inbetriebsetzung des Gesamtsystems. Stollen und Becken werden mit Hilfe einer aufwändigen Prognose so bewirtschaftet, dass Schwall und Sunk minimal werden.

2016 BKW Energie AG / Klein-Wasserkraftwerk Mulegn

Die BKW Energie AG erstellt am Ragn d'Err, einem Zufluss zur Julia bei Tinizong GR, ein Klein- Wasserkraftwerk. Die Wasserfassung auf der Alp Pensa belässt mindestens einen Drittel des Zuflusses im Bachbett. Der Bergbach behält damit einen Teil seiner wichtigen natürlichen Dynamik.

R. Kaderli diskutiert anlässlich der hydraulischen Modellversuche engagiert mit den Vertretern von Fischerei und Umweltschutz. Gemeinsam mit den Bauingenieuren und Hydraulikern wird eine Lösung gefunden, hinter der alle Parteien stehen können. Ein ausgeklügelter Wasser-haushaltsregler verteilt den Abfluss mit mehreren Organen dynamisch auf die Entsanderbecken und das Bachbett unterhalb der Fassung. R. Kaderli leitet den Leittechnik-Teil des Projektes bis zur erfolgreichen Inbetriebsetzung.

2015 AWA und BIK / Wehr Port Brügg / Erneuerung

Das Amt für Wasser und Abfall (AWA) erneuert die elektrische Ausrüstung des Regulierwehres der Jurarandseen. Beteiligt am Projekt ist auch die Besitzerin des dortigen Wasserkraftwerkes, die Bielersee Kraftwerke AG.

R. Kaderli leitet das Umbauprojekt von den ersten Projektideen bis zur Realisierung. Neben der Energieversorgung und den elektromechanischen Schützenantrieben liegt ein grosses Augenmerk auf der Regulierung des Gewässersystems bestehend aus Aare, Murten,- Bieler- und Neuenburgersee. Messstellen an allen für die Regulierung relevanten Gewässern stellen Informationen für ein hochverfügbares Reguliersystem zur Verfügung, welches die Seen und insbesondere die abfliessende Aare vorausschauend automatisch regeln.

2015 Bielersee Kraftwerke / Neubau WKW Hagneck

Die Bielersee Kraftwerke AG ersetzen das historische Kraftwerk an der Mündung der Aare in den Bielersee durch einen modernen, mehrfach ausgezeichneten Neubau. Neben den zwei Hauptmaschinensätzen generieren drei weitere Turbinen-Generatoren elektrische Energie und sorgen für die Durchströmung der ökologisch wertvollen Gerinne.

R. Kaderli leitet das Leittechnikprojekt über alle Phasen, von den Umbauten an der alten Anlage über Bauetappen mit einem halben alten und einem halben neuen Wehr zum vollautomatischen Betrieb der kompletten Neuanlage. Die zu erwartenden Risiken werden konsequent mit Sicherheitsfunktionen und Redundanzen minimiert. Diese Massnahmen bewähren sich schon während der Bauzeit.

2010 AWA / Hochwasserstollen Thun

Das Amt für Wasser und Abfall (AWA) reduziert die Hochwasserrisiken am Thunersee mit der Erstellung des Hochwasserstollens Thun. Dieser ermöglicht die Abgabe relevanter Wassermengen auch dann, wenn der Thunersee noch weit unter seiner Hochwassermarke liegt.

R. Kaderli setzt mit seinem Leittechnikteam die meteorologischen, hydrologischen und hydraulischen Erkenntnisse in einen Wasserhaushaltsregler um. Dieser erkennt Hochwasser- Gefahrensituationen mit Hilfe umfassender Messwerte aus dem Einzugsgebiet frühzeitig und senkt den See mit dem Stollen ab, so dass darin grosse Zuflüsse aufgenommen werden können.